Konsolidierter Halbjahresbericht

Konzernergebnis

Die konsolidierte Halbjahresrechnung ist gemäss den International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt.

Im ersten Semester 2014 erwirtschaftete die LLB-Gruppe ein Konzernergebnis von CHF 40.4 Mio. (1. Semester 2013: CHF 13.6 Mio.). Das Halbjahresergebnis 2014 hat sich gegenüber dem Vorjahr signifikant erhöht.

Im ersten Halbjahr 2013 verbuchte die LLB-Gruppe Sonderfaktoren im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung sowie der US-Steuerthematik von insgesamt CHF 58.4 Mio. (vergleiche hierzu Geschäftsbericht 2013). Im Konzernergebnis des ersten Semesters 2013 sind zudem Geschäftserträge und Geschäftsaufwendungen der Jura Trust-Gruppe, welche im zweiten Semester 2013 veräussert wurde, und der LLB (Schweiz) AG, welche Ende 2013 ihre Banktätigkeit eingestellt hat, enthalten. Die Vorjahreswerte, bereinigt um die Sonderfaktoren und nicht weitergeführte und veräusserte Gruppengesellschaften, dienen als vergleichbare Vorjahresbasis in diesem Kommentar.

Der Erfolg Zinsengeschäft sowie der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft konnten gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis stabil gehalten werden. Die gesunkenen mittel- und langfristigen Marktzinsen haben bei einer stichtagsbezogenen Betrachtung zu hohen Kosten für Zinsabsicherungen geführt. Diese Zinsabsicherungskosten sind hauptsächlich für die Abnahme des Geschäftsertrages gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis verantwortlich. Der Geschäftsaufwand konnte gegenüber der vergleichbaren Vorjahresbasis erneut reduziert werden, was Ausdruck der konsequenten Umsetzung unserer Strategie Focus2015 ist.

Das den Aktionären der LLB zustehende Ergebnis belief sich auf CHF 39.0 Mio. (1. Semester 2013: CHF 11.7 Mio.). Das Ergebnis pro Aktie betrug CHF 1.35 (1. Semester 2013: CHF 0.41).

Kundenvermögen

Die Kundenvermögen lagen per 30. Juni 2014 bei CHF 49.1 Mia. Dank der positiven Performance an den Finanzmärkten blieben die Kundenvermögen gegenüber dem 31. Dezember 2013 mit CHF 49.1 Mia stabil. Die Vermögen in eigenverwalteten Fonds nahmen um 1.8 Prozent auf CHF 4.3 Mia. (31.12.2013: CHF 4.2 Mia.) zu. Die Vermögen mit Verwaltungsmandat beliefen sich auf CHF 8.2 Mia. (31.12.2013: CHF 8.3 Mia.). Die übrigen Kundenvermögen stiegen leicht auf CHF 36.7 Mia. (31.12.2013: CHF 36.6 Mia.).

In den Wachstumsmärkten konnten Neugeld-Zuflüsse von CHF 0.2 Mia. verbucht werden. Erwartungsgemäss flossen in den traditionellen grenzüberschreitenden Märkten Gelder ab. In den Onshore-Märkten belasteten zudem einzelne, grössere Abflüsse bei Depotbankfonds und bei öffentlichen Institutionen die gute Akquisitionsleistung. Insgesamt verzeichnete die LLB-Gruppe Netto-Neugeld-Abflüsse von CHF 0.7 Mia. (1. Semester 2013: minus CHF 0.2 Mia.).

Kundenvermögen

CHF 49.1 Milliarden

Kundenvermögen (Balkendiagramm)

Erfolgsrechnung

Der Geschäftsertrag reduzierte sich um 39.2 Prozent auf CHF 170.1 Mio. (1. Semester 2013: CHF 279.9 Mio.). Auf vergleichbarer Vorjahresbasis wäre der Geschäftsertrag um 18.1 Prozent tiefer als im Vorjahr. Für diesen Rückgang sind fast ausschliesslich die im ersten Semester 2014 drastisch gesunkenen mittel- und langfristigen Zinsen verantwortlich, welche zu einem stichtagsbezogenen Bewertungsverlust und somit zu Zinsabsicherungskosten von CHF 34.2 Mio. (1. Semester 2013: plus CHF 28.2 Mio.) geführt haben.

Der Erfolg Zinsengeschäft vor Wertberichtigungen für Kreditrisiken sank im ersten Semester 2014 um 6.1 Prozent auf CHF 68.8 Mio. (1. Semester 2013: CHF 73.3 Mio.). Das Zinsengeschäft konnte gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis insgesamt um 1.3 Prozent erhöht werden.

Gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis verzeichnete das Zinsengeschäft mit Kunden eine Steigerung von 8.2 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf geringere Zinsaufwendungen bei den Verpflichtungen gegenüber Kunden zurückzuführen. Erwartungsgemäss entwickelte sich das Zinsengeschäft mit Banken wegen historisch tiefer Zinsen und fehlender Anlagealternativen am Interbankenmarkt erneut rückläufig. Für das erste Semester 2014 konnten Wertberichtigungen für Kreditrisiken im Umfang von CHF 5.4 Mio. zugunsten der Erfolgsrechnung aufgelöst werden. Dies ist Ausdruck der umgesetzten Massnahmen zur Stärkung der Kreditorganisation. Im Vorjahr erfolgte eine Bildung von CHF 4.6 Mio. zulasten der Erfolgsrechnung.

Der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft verringerte sich um 13.0 Prozent auf CHF 92.8 Mio. (1. Semester 2013: CHF 106.7 Mio.). Gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis wäre der Erfolg aus dem Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft im ersten Semester 2014 nur leicht zurückgegangen. Die Courtagen sanken aufgrund der weiterhin bestehenden Zurückhaltung der Kunden. Im Fondsmanagement konnte wiederum ein Zuwachs von CHF 0.6 Mio. verzeichnet werden.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft reduzierte sich signifikant auf minus CHF 19.3 Mio. (1. Semester 2013: plus CHF 42.8 Mio.). Während im Vorjahr ein Erfolg aus Zinssatzswaps von CHF 28.2 Mio. verbucht wurde, resultierten im ersten Semester 2014 Zinsabsicherungskosten von CHF 34.2 Mio.; dies aufgrund drastisch tieferer mittel- und langfristiger Zinsen, welche zu einem stichtagsbezogenen Bewertungsverlust auf den Zinsabsicherungsinstrumenten führten. Der Kundenhandel mit Devisen, Valuten und Edelmetallen blieb mit CHF 14.6 Mio. gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Der Erfolg aus Finanzanlagen, erfolgswirksam zum Fair Value bewertet, belief sich auch CHF 20.1 Mio. (1. Semester 2013: CHF 4.1 Mio.). Als Folge der gesunkenen mittel- und langfristigen Marktzinsen resultierten aus den Investitionen in verzinste Anlagen nicht realisierte Kursgewinne. Weiter konnten aus der positiven Kursentwicklung an den Aktienmärkten Kurserfolge verbucht werden. Insgesamt betrugen die Kurserfolge CHF 12.7 Mio. gegenüber minus CHF 1.8 Mio. im Vorjahr. Die Einnahmen aus Zinsen und Dividenden überstiegen mit CHF 7.4 Mio. um 25.3 Prozent jene des Vorjahres.

Der übrige Erfolg betrug CHF 2.2 Mio. (1. Semester 2013: CHF 57.6 Mio.). Im Vorjahr wurden CHF 55.8 Mio. für die Wertveränderung einer Kaufpreisverpflichtung verbucht.

Der Geschäftsaufwand erreichte CHF 129.4 Mio. und liegt um CHF 131.8 Mio. unter jenem des Vorjahres mit CHF 261.2 Mio. Im Vorjahr fielen einmalige Aufwendungen aus Sonderfaktoren an. Basierend auf einer vergleichbaren Vorjahresbasis würde der Geschäftsaufwand im ersten Semester 2013 CHF 132.1 Mio. betragen. Dies entspräche einer Reduktion von CHF 2.7 Mio. beziehungsweise 2.0 Prozent. Die Einsparungen sind Ausdruck der konsequenten Umsetzung unserer Strategie Focus2015 und der Weiterführung des Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms.

Der Personalaufwand lag mit CHF 80.0 Mio. um 11.2 Prozent unter dem Vorjahr (1. Semester 2013: CHF 90.1 Mio.). Gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis wäre der Personalaufwand um 1.8 Prozent zurückgegangen. Die Reduktion des Personalaufwandes ist auf den strategiebedingt tieferen Personalbestand zurückzuführen. Die LLB-Gruppe hatte per 30. Juni 2014 886 Vollzeitstellen (31.12.2013: 925).

Der Sachaufwand der LLB-Gruppe belief sich für das erste Semester 2014 auf CHF 33.7 Mio. (1. Semester 2013: CHF 137.6 Mio.) und war damit um CHF 103.9 Mio. tiefer als im Vorjahr; dies aufgrund der Sonderfaktoren im Vorjahr. Der Sachaufwand des ersten Semesters 2014 lag um CHF 1.5 Mio. über einer vergleichbaren Vorjahresbasis.

Abschreibungen und Amortisationen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 17.7 Mio. auf CHF 15.8 Mio. (1. Semester 2013: CHF 33.5 Mio.). Sonderfaktoren beeinflussten diese Position im Vorjahr. Gegenüber einer vergleichbaren Vorjahresbasis resultieren um 14.6 Prozent tiefere Abschreibungen und Amortisationen.

Die Cost-Income-Ratio lag für das erste Semester 2014 bei 78.2 Prozent (1. Semester 2013: 70.2 %). Die Zunahme ist im Wesentlichen auf die hohen Zinsabsicherungskosten, bedingt durch die drastisch gesunkenen mittel- und langfristigen Marktzinsen, zurückzuführen.

Bilanz

Die konsolidierte Bilanzsumme reduzierte sich gegenüber dem 31. Dezember 2013 um CHF 0.4 Mia. beziehungsweise 1.8 Prozent auf CHF 20.5 Mia. (31.12.2013: CHF 20.9 Mia.). Die Hypothekarforderungen der LLB-Gruppe haben sich gegenüber dem 31. Dezember 2013 um 1.1 Prozent auf CHF 9.0 Mia. erhöht.

Das den Aktionären der LLB zustehende Eigenkapital belief sich per 30. Juni 2014 auf CHF 1.6 Mia. und blieb gegenüber dem 31. Dezember 2013 im Wesentlichen unverändert. Die Tier 1 Ratio betrug 18.7 Prozent (31.12.2013: 18.8 %). Die Rendite auf dem Eigenkapital, das den Aktionären der LLB zusteht, lag bei 4.7 Prozent (1. Semester 2013: 1.5 %).

Ausblick

Für das zweite Semester 2014 sieht die LLB-Gruppe Risiken und Unsicherheiten in Bezug auf das Ergebnis in der Entwicklung der Marktzinsen. Die gesunkenen mittel- und langfristigen Marktzinsen haben das Konzernergebnis des ersten Semesters der LLB-Gruppe belastet. Somit bleibt die Entwicklung der Marktzinsen auch im zweiten Semester 2014 ein Unsicherheitsfaktor, der das Ergebnis wesentlich beeinflussen kann. Weitere latente Risiken sieht die LLB-Gruppe in der Entwicklung der Aktienmärkte, die einen erheblichen Einfluss auf die Bewertung der Finanzanlagen sowie der Kundenvermögen hat.

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