Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

Die konsequente Umsetzung der Strategie Focus2015 steht für die LLB-Gruppe im Mittelpunkt des Jahres 2014. Unsere Strategie hat ein klares Ziel: Wir werden in einer Zeit fundamentalen Wandels im Bankensektor eine solide Grundlage für den nachhaltigen Erfolg über 2015 hinaus schaffen. Bei Halbzeit der strategischen Neupositionierung sind wir auf sehr gutem Weg.

Erfolgreiche Neupositionierung

2014 ist für die LLB-Gruppe das Jahr der Umsetzung marktorientierter strategischer Initiativen, nachdem wir 2013 Kosten und Komplexität in erheblichem Mass verringert haben. Im ersten Halbjahr 2014 verlief die Umsetzung aller Massnahmen nach Plan. Wir konnten die Kosteneffizienz weiter steigern, aber auch gezielt in Innovationen und in die Zukunft investieren. Die Digitalisierung eröffnet uns neue Möglichkeiten im Kundenservice. Diese Chancen nutzen wir, um zusätzliche Vertriebskanäle zu erschliessen und bestehende den veränderten Kundenbedürfnissen anzupassen. Auch beim Ausbau unserer internationalen Zielmärkte Zentral- und Osteuropa sowie Mittlerer Osten sind wir strategiekonform auf Kurs.

Als Universalbank mit einem starken Private-Banking- und Institutionellen Geschäft richten wir den Fokus in unseren Onshore-Märkten Liechtenstein, Schweiz und Österreich konsequent auf die sich verändernden Bedürfnisse unserer Kunden. Und wir haben unsere ausgezeichnete Investmentkompetenz weiterentwickelt. Seit 1. Juli 2014 differenzieren sich die Liechtensteinische Landesbank und die Bank Linth mit einem neuen Preismodell im Anlagegeschäft vom Markt. Wir schaffen eine erhöhte Kostentransparenz, indem wir für eigene Fonds und Drittfonds auf Vertriebsentschädigungen verzichten. Als eine der ersten Banken in Europa bietet die LLB bei gewissen Strategiefonds einen performanceabhängigen Tarif an. Unsere Kunden profitieren von transparenten, leistungsabhängigen Konditionen bei LLB-Fondsprodukten, die für ihre überdurchschnittliche Performance regelmässig ausgezeichnet werden.

Solides operatives Geschäft

Das wirtschaftliche Umfeld blieb im ersten Halbjahr 2014 anspruchsvoll. Die LLB-Gruppe spürte die Folgen des anhaltenden Tiefzinsniveaus. Trotz steigender Kurse an den Aktienmärkten behielten viele Kunden ihre Zurückhaltung bei.

Ungeachtet dieses Gegenwinds weist die LLB-Gruppe für das erste Halbjahr ein solides Ergebnis aus. Der Konzerngewinn stieg auf CHF 40.4 Mio. gegenüber CHF 13.6 Mio. im ersten Halbjahr 2013.

Der Geschäftsertrag betrug CHF 170.1 Mio. Im ersten Halbjahr 2013 lag er – bereinigt um Sonderfaktoren sowie um veräusserte und nicht weitergeführte Gruppengesellschaften – bei CHF 207.8 Mio. Für den Rückgang um CHF 37.7 Mio. beziehungsweise 18.1 Prozent war im Wesentlichen der negative Handelserfolg verantwortlich. Die gesunkenen Marktzinsen führten bei einer stichtagsbezogenen Betrachtung zu hohen Zinsabsicherungskosten. Auf den Erfolg aus Finanzanlagen wirkte sich die Marktbewertung per Stichtag hingegen positiv aus. Der Geschäftsaufwand belief sich auf CHF 129.4 Mio. Verglichen mit dem Vorjahr, ebenfalls um die vorstehend beschriebenen Effekte bereinigt, resultierte eine erneute Einsparung. Sie betrug CHF 2.7 Mio. beziehungsweise 2.0 Prozent.

Die verwalteten Kundenvermögen lagen stabil bei CHF 49.1 Mia. In den Wachstumsmärkten konnten Neugeld-Zuflüsse von CHF 0.2 Mia. erzielt werden. Erwartungsgemäss flossen in den traditionellen grenzüberschreitenden Märkten Gelder ab. Einzelne, grössere Abflüsse belasteten die gute Akquisitionsleistung in den Onshore-Märkten. Insgesamt verzeichnete die LLB-Gruppe Netto-Neugeld-Abflüsse von CHF 0.7 Mia.

Die Hypothekarforderungen stiegen um 1.1 Prozent auf CHF 9.0 Mia. Dies zeigt, dass wir einerseits die Entwicklungen am Immobilienmarkt sehr genau beobachten und andererseits unserer bewährten Kreditvergabepolitik treu bleiben. Wir wachsen in der gegenwärtigen Marktsituation selektiv und risikobewusst.

Starke Eigenkapitalbasis

Die Liechtensteinische Landesbank ist eine tragende Säule der liechtensteinischen Volkswirtschaft. Es ist Teil unseres Selbstverständnisses, über genügend qualitativ hochstehende Eigenmittel zu verfügen. Die Eigenmittel der LLB-Gruppe decken den an unseren Zielen ausgerichteten Kapitalbedarf. Die Tier 1 Ratio lag per 30. Juni 2014 bei 18.7 Prozent. Mit einer Eigenkapitalausstattung von CHF 1.8 Mia. verfügen wir über eine hohe finanzielle Stabilität und Sicherheit.

Marktdivisionen auf Kurs

Das Geschäftsmodell der LLB-Gruppe beruht auf den drei Marktdivisionen Retail & Corporate Banking, Private Banking und Institutional Clients. 2013 hatten sie Komplexität und Kosten abgebaut, die Produktivität erhöht, den Zielgruppenfokus geschärft und die Bearbeitung der Zielmärkte intensiviert. Alle Divisionen haben für 2014 weiterführende strategische Initiativen definiert und im ersten Halbjahr 2014 die Umsetzung der Strategie Focus2015 konsequent fortgesetzt.

Retail & Corporate Banking

Die Marktdivision Retail & Corporate Banking verbindet Tradition mit Innovation und begleitet jeden Kunden über seine verschiedenen Lebensphasen hinweg. In ihren Heimmärkten Liechtenstein und Schweiz kann die LLB-Gruppe ihre führende Position als Partnerin für Menschen und Wirtschaft sukzessive ausbauen.

Die Innovationskraft zeigte sich 2014 in verschiedenen Massnahmen. So beginnt Kundennähe und Finanzkultur bei uns bereits im Klassenzimmer. Mit dem Dienstleistungsangebot «young Liechtenstein» und «young Linth», kurz «youli», festigen die LLB und die Bank Linth ihre starke Marktposition im Jugendsegment.

Zudem passt sich die LLB-Gruppe mit dem Ausbau digitaler Kanäle dem veränderten Verhalten der Kunden an. Ihnen steht seit Juni 2014 die innovative Mobile Banking App auch für Android-Smartphones und -Tablets zur Verfügung.

Private Banking

Auch die Marktdivision Private Banking unterstreicht mit ihren Investitionen Engagement und einzigartige Kundennähe.

Entsprechend haben wir im ersten Halbjahr 2014 unsere Beraterteams in den Wachstumsmärkten Zentral- und Osteuropa sowie Mittlerer Osten verstärkt und setzen den Aufbau im zweiten Halbjahr fort. Zudem bauen wir das marktspezifische Produktangebot weiter aus und ermöglichen unseren Kunden seit Kurzem den Zugang zu den Aktienmärkten in Dubai und Abu Dhabi.

Die LLB-Gruppe geht davon aus, dass langfristig die Qualität der Dienstleistungen, die Performance der Anlageprodukte und das gewachsene Vertrauen der Kunden in eine jahrelange Private-Banking-Tradition wesentliche Erfolgsfaktoren sind.

Institutional Clients

Zugleich haben der Wissenstransfer sowie der Austausch von Informationen mit externen Partnern für die LLB-Gruppe einen hohen Stellenwert. Die Marktdivision Institutional Clients stellt mittels der innovativen Online-Plattform «LLB Xpert views» strukturiertes, erprobtes Know-how zur Verfügung. Sie hat ihre Marktpräsenz im ersten Halbjahr 2014 ausgebaut. Im Dialog mit Partnern zu sein, um Lösungen zu finden, ist eine unserer zentralen Stärken.

Die LLB-Gruppe verschafft ihren Kunden mit dem Informationsportal sowie individuellen Round-Table-Gesprächen einen Wettbewerbsvorsprung. Institutionelle Kunden erhalten in den Bereichen Investment, Recht und Steuern einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen. Zudem stellen wir Informationen zur Umsetzung komplexer internationaler Regelwerke bereit: so des US-Gesetzes «Foreign Account Tax Compliance Act» (FATCA) oder der EU-Richtlinie «Markets in Financial Instruments Directive» (MiFID II).

Steigerung der Effizienz im Corporate Center

Die Divisionen des Corporate Center stellen die Unternehmensentwicklung sicher. Mit der Optimierung von Abläufen und Prozessen erhöhten sie die Effizienz der LLB-Gruppe erneut deutlich. Die Division Group COO treibt die Industrialisierung der Bankgeschäfte voran. Sie hat die Leistungen der Shared Service Centers in der Berichtsperiode optimiert. Zudem werden die Kostenstrukturen der IT- und Abwicklungsbereiche regelmässig mit anderen Banken verglichen. Mit der modernen IT der LLB-Gruppe ist das Corporate Center Partner für Innovationen, etwa bei der Mobile Banking App, um via mobiler und webbasierter Kanäle Bankdienstleistungen rund um die Uhr zu ermöglichen.

Innovatives Preismodell und Investmentkompetenz

Mit ihrem Leistungsversprechen kommt die LLB dem Bedürfnis ihrer Kunden nach mehr Transparenz, einer verständlichen Gebührenstruktur und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis nach. Die Verbindung von wegweisendem Preismodell mit vielfach ausgezeichneter Investmentkompetenz verleiht der LLB-Gruppe eine starke Position im Wettbewerb. Vor einigen Wochen haben wir angekündigt, mit einem neuen Preismodell künftigen regulatorischen Vorgaben gerecht zu werden. Die Initialisierung der Finanzmarktrichtlinie MiFID II war eine der wichtigsten regulatorischen Reaktionen der EU auf die Finanzkrise. Die EU setzt beim Anlegerschutz auf die Transparenz von Provisionen bei der Anlageberatung.

Die Liechtensteinische Landesbank führte als erste Bank in Liechtenstein und mit der Bank Linth als eine der ersten Banken in der Schweiz am 1. Juli 2014 ein innovatives Preismodell im Anlagegeschäft ein. LLB und Bank Linth verzichten sowohl in der Vermögensverwaltung als auch in der Anlageberatung auf Bestandespflegekommissionen für LLB-Fonds und vergüten ihren Kunden Retrozessionen für Drittfonds unaufgefordert und zu 100 Prozent weiter. Sie gehören zudem zu den ersten Banken in Europa, die Gebühren für gewisse Strategiefonds von der Performance und für Obligationenfonds vom Zinsniveau abhängig machen.

Die Investmentkompetenz ist eine der Stärken der LLB-Gruppe. So wurde unser Asset Management bei den 24. Lipper Fund Awards 2014 in der Schweiz erneut ausgezeichnet. Der Fonds LLB Aktien Regio Bodensee erhielt für seine Performance über drei Jahre den Award in der Kategorie «Equity Switzerland Small and Mid Caps».

US-Steuerthematik

Vor einem Jahr hat die LLB Vaduz die US-Steuerthematik gelöst. Inzwischen erreichte auch swisspartners Investment Network AG, eine Tochtergesellschaft der Liechtensteinischen Landesbank AG, eine Einigung mit den US-Behörden und löste die US-Steuerthematik abschliessend. Am 9. Mai 2014 unterzeichneten beide Seiten ein «Non-Prosecution Agreement». Mit der «Vereinbarung über Verzicht auf Strafverfolgung» verbunden war eine Zahlung von USD 4.4 Mio. an die US-Behörden. Der Betrag ist durch Rückstellungen gedeckt und belastet die Jahresrechnung 2014 nicht.

Die LLB-Gruppe führt die Verhandlungen mit den US-Behörden weiter, um auch für die LLB (Schweiz) AG eine Lösung zu erzielen. Dasselbe gilt für unsere Tochtergesellschaft Bank Linth. Sie hat sich nach dem Vorsichtsprinzip und aufgrund einer Empfehlung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht für die Teilnahme am schweizerischen US-Programm in der Kategorie 2 entschieden.

Steuerkooperation

In einer Zeit des Umbruchs im Bankensektor kommt unserer Wettbewerbsfähigkeit eine besondere Bedeutung zu. Dies schliesst Steuerfragen mit ein. Die LLB-Gruppe unterstützt die Steuerkonformitätsstrategie des Finanzplatzes Liechtenstein, wendet einen risikobasierten Ansatz an und treibt den Transformationsprozess aktiv voran.

Seit 1. Januar 2014 ist auch das Abgeltungssteuerabkommen zwischen Liechtenstein und Österreich zur Regularisierung bisher unversteuerter Gelder in Kraft. Gleichzeitig wurde das bestehende Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) revidiert und dem internationalen Standard angepasst. Österreichische Kunden einer liechtensteinischen Bank haben damit die Möglichkeit, Vermögenswerte in unbegrenzter Höhe zu regularisieren. Das Steuerabkommen sieht einerseits eine Nachversteuerung von bisher unversteuerten Vermögen und andererseits eine Abgeltungssteuer für zukünftige Kapitalerträge vor. Ende Juni 2014 hat die LLB den Offenlegungsprozess abgeschlossen.

Die LLB-Gruppe setzt die Anforderungen aus dem FATCA-Abkommen um. Im Zentrum stehen dabei die Kundenidentifizierung, eine mögliche Quellensteuer auf US-basierte Zahlungen und das US-Steuerreporting. Mit dem FATCA-Abkommen vom 16. Mai 2014, das den automatischen Informationsaustausch mit den US-Steuerbehörden festlegt, sicherte Liechtenstein für seine Finanzdienstleister den Zugang zum US-Kapitalmarkt.

Neue Verwaltungsräte

Der Verwaltungsrat der LLB setzt sich seit 9. Mai 2014 wieder aus sieben Mitgliedern zusammen. Die Generalversammlung wählte Prof. Dr. Gabriela Nagel-Jungo und Urs Leinhäuser für drei Jahre. Gabriela Nagel-Jungo ist Professorin und Dozentin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und dort Leiterin des Zentrums Accounting & Controlling sowie stellvertretende Leiterin der Abteilung Banking, Finance, Insurance. Urs Leinhäuser ist Betriebsökonom HWV mit langjähriger Praxiserfahrung als CFO in verschiedenen börsenkotierten Industrieunternehmen. Damit sind alle relevanten Profile im Gremium vertreten. Die Unabhängigkeit der Mitglieder und ihre Professionalität gewährleisten das Funktionieren des Verwaltungsrates als oberste strategische Instanz.

LLB-Aktie stabil

Die LLB-Aktie konnte im ersten Halbjahr 2014 weiter zulegen. Sie notierte am 30. Juni 2014 bei CHF 38.25. Ihr Gesamtertrag belief sich auf 7.1 Prozent und übertraf damit den europäischen Bankensektor.

Gestärkt in die Zukunft

Die strategische Neupositionierung der LLB-Gruppe verläuft nach Plan. Wir haben wichtige Meilensteine von Focus2015 umgesetzt und werden eine solide Grundlage für den nachhaltigen Erfolg über 2015 hinaus schaffen.

Unser herzlicher Dank gilt Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihr Vertrauen und die Unterstützung bei der Weiterentwicklung unserer Bank. Was die LLB erreicht hat, gelang uns dank unserer Aktionäre und Kunden, die uns die Treue halten, und dank unserer Mitarbeitenden, die täglich ihr Bestes geben.

Freundliche Grüsse

Roland Matt, Group CEO (Unterschrift)

Roland Matt
Group CEO

Dr. Hans-Werner Gassner, Präsident des Verwaltungsrates (Unterschrift)

Dr. Hans-Werner Gassner
Präsident des Verwaltungsrates

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